Modellbau, Helikopter


ERFAHRUNGSBERICHT  T-Rex Clone aus China                          

 

Da ich auch – nach 5 Jahren Fixpitch Helis -   in die Welt der CP-Helis eintauchen wollte, ersteigerte ich mir bei eBay um 101 Euro  bei Händler „directhabor“ (wobei noch 5 Händler mit anderen Namen diesen Klon anbieten und ich glaube die gehören alle zusammen) den

T-Rex Clone Hausler 450 V2 RTF/Mode 2. orderte.

Am 1.8.2012 bestellt und schon am 7.8.2012 hat ihn der Postbote gebracht.

Gleich negativ überrascht hat mich, dass ich 27 Euro Zoll zahlen musste. DAS ist mir bislang – und ich bestelle viel in China – noch NIE passiert.

Beim Auspacken die nächste Überraschung: Kein Akku! Und die zwei Batterien, die ich zeitgleich und vorsorglich bei einem anderen Chinesen  bestellt habe, waren leider auch noch nicht im Haus. Mist!!!

Den Heli zusammengebaut.

Den Regler habe ich von der rechten Seite, vorne in die Mitte versetzt

 Nächstes, relativ kleines Problem. Die beiden Paddel sind nicht in einer Flucht mit der Paddelstange. Die stehen etwas schräg nach oben weg. 

Weil keinen Akku, hatte ich wenigstens Zeit, den Sender  auf Mode 4 umzustellen.

Meine ersten Helis hatten  3 Kanal  Sender. Links Gas  und Rechts gieren  (also drehen um die Rotorachse) und Nick. Alle folgenden Modelle – Walkera 5#6, 4B100 und CB 180, fliege ich  mit  Links Gas/Rollen und Rechts Nick/Gieren.

Also die Software zum Programmieren des Senders, ZD FLY T-6A,  rein. Die Installation ist recht einfach.

Das Programmieren auch. Nur leider konnte ich im Programm nicht von Mode2 auf Mode4 umstellen.  Kein Ahnung warum es nicht funktionierte.  Daher lötete ich kurzerhand im Sender die (mittleren) Drähte von Links auf Rechts um.  Die beiden Drähte Plus  und Minus   tauschen war nicht notwendig.

Nach Urgenz beim Händler wo der Akku bleibt, wurde mit mitgeteilt "der wurde separat(!!!) verschickt".  Aus Singapur und mit der Schweizer Post.(???!!!)

 

Nach einer Woche ist der Akku ENDLICH da.

 

Zuerst einmal beim Heli  alle Schrauben gecheckt, ob sie fest sind.

Die Anlenkhebel parallel gestellt, Taumelscheibe waagerecht ausgerichtet. Rotorblätter gewuchtet und Blattlauf eingestellt.

Der Sender war werkseitig SO programmiert und ich habe die Einstellung vorerst so gelassen wie folgt:

End Point: Channel 1 – 6  =100% / 100%

Sub Trim: CH1 85; CH2 = -83; CH3 = 0; CH4 =0 ; CH5 = 0; CH =98.

Eigentlich sollte da sowieso immer 0 (!!!) stehen, denn  die Servohörner müssen IMMER paralell zum Servo ausgerichtet sein!

DR ON und DR OFF CH1,2 und 4 = 100

Thro Curv (NORM): EP0=0%; EP1 = 30% ; EP2 = 55% ; EP3 = 75% ; EP4 = 100%.

Thro Curv (IDLE):         100%            80%            60%              80%              100% 

Pitch Curv (NORM): 30,40,50,70,100

Pitch Curv (ID):         15,32,50,70,100

Swash AFR: CH1 = 50% ; CH2 =  50% ; CH6 = 75%  

PROGRAM MIX1: Source VR A ; Des CH5 ; Up Rate 100% ; Down Rate 100% ; Switch ON

PROGRAM MIX2:              CH5 ;         CH1 ;                   1% ;                     100% ;            ON

PROGRAM MIX3:              CH1 ;         CH4 ;                   0 %                          0%              OFF

Switch A:  SW ON = ThroCut

Switch B:  SW ON = NOR/ID

VR A: NULL

VR B: NULL

 

So. Dann den Heli draußen auf den Boden festgeklebt und gestartet. Nach ca. 3 Minuten, SIND BEIDE ROTORBLÄTTER DAVON GEFLOGEN.

Tja, alle Schrauben kontrolliert, aber an die beiden, die die Blatthalter  mit der Rotorwelle fixieren, habe ich nicht gedacht.

Zum Glück nix passiert. Alle Teile wieder gefunden. Nur die Rotorblattdämpfer waren zermalmt.

Ab zum Händler meines Vertrauens (es passen alle Teile vom T-Rex 450) und neue Dämpfer und auch gleich neue Paddel besorgt.

Blatthalter wieder zusammengebaut und Schrauben mit roten Loctite gesichert(!!!).

Die Paddel stehen nun auch gerade.

Anmerkung:

Beim Zusammenbau  der Blatthalter bitte darauf achten, dass die Lagerschalen des Drucklagers  mit dem KLEINEREN Durchmesser INNEN  - also beim Rotorkopf – liegen.

 

NEUSTART:

Vorsichtig Gas gegeben – der Heli dreht sich permanent nach links. Ruder rechts geben hilft so gut wie gar nicht. Ein paar Einstellungen am Heckrotor - Servo vorgenommen. Es hilft nix. Er dreht sich immer nach links.

Denkpause…..

.... Foren besuchen.

Resultat: Man kann den Heli auch in den Head Holder - Modus schalten. Da leuchtet dann am Gyro ein rotes Licht, daher auch RED-Modus genannt.

Aber wie umschalten??!!!

Also im RC-Line Forum Problem reinstellen. Nach kurzer Zeit wurde mir geholfen.

DIESES  Problem war eine Eigenproduktion. Nach dem Suchen einer Einstellung des Senders auf Mode 4 – ohne löten zu müssen – habe ich das einpolige Kabel vom Kanal 5 verdreht wieder eingesteckt.

So nun habe ich den HH-Modus und der Klon lässt sich erwartungsgemäß recht gut steuern.

Aber nicht lange.

Nach ca. 4 Akkuladungen Schwebeübungen - vorsichtshalber immer knapp über den Boden - setzt  der Motor aus und macht nur mehr kleine Zuckungen. Wahrscheinlich ist der Regler kaputt. Das kannte ich von meinem kleinen Walkera 4B 100.  Also einmal im Internet schnell einen bestellt.

Dann schaute ich mir den Regler genauer an. Beim Abstecken vom Motor sah ich, dass die  Lötstelle vom schwarzen Kabel des Motors, gelöst hat. Also wieder anlöten. Funkt....und einen Regler kann man eh immer brauchen....  :-)

Der eBay-Händler hat von mir daraufhin ein negatives Feedback bekommen, dass ihm gar nicht gefreut hat.

Nach einigen hin -und her Kommunizieren, haben wir uns darauf geeinigt, dass ich das negative Feedback in ein positives umwandle, wenn ich neue Paddel und  einen neuen Lagersatz inkl. Blattdämpfer für die Blatthalter bekomme.

 

Und noch etwas ist - ABER MIR  - passiert.

In der Grundeinstellung des Senders, muss man zuerst  Schalter  B und dann Schalter A umlegen. Dann kann man erst Gas geben.

Als ich Heli am Werktisch  stehen hatte um ein paar Einstellungen am Servo-Arm vorzunehmen, habe ich die Switches nicht in umgekehrter Reihenfolge auf AUS gestellt. Daher  hob der Heli unvermittelt ab!

Konsequenz dieses Fehlers:

Leichte Abschürfungen am Oberarm

Eine zerstörte Radioantenne

Einen Hacker in der Wandvertäfelung

Ein zerstörtes Hauptrotorblatt

Ein zerstörtes Heckrotorblatt

 

Weil ich mit der Originaleinstellung am Sender nicht ganz zufrieden war, stellte ich ein paar Parameter um.

Nun fliege ich  im HH-Mode,  mit diesen Einstellungen:

 

End Point: Channel 1 – 6  =100% / 100%

Sub Trim: CH1 0; CH2 = 0 ; CH3 = 0 ; CH4 = 0 ; CH5 = 0 ; CH = 0.

DR ON und DR OFF CH1,2 und 4 = 100

Thro Curv (NORM): EP0=0%; EP1 = 30% ; EP2 = 55% ; EP3 = 75% ; EP4 = 100%.

Thro Curv (IDLE):          100%         80%              60%              80%              100%

Pitch Curv (NORM): 30,40,50,70,100

Pitch Curv (ID):       15,32,50,70,100

Swash AFR: CH1 = 100% ; CH2 =  100% ; CH6 = 100%  

PROGRAM MIX1: Source VR A ; Des CH5 ; Up Rate 100% ; Down Rate 100% ; Switch ON

PROGRAM MIX2:              CH4 ;         CH4 ;                   100% ;                 100% ;            ON

PROGRAM MIX3:              CH1 ;         CH1 ;                   100 %                  100%              OFF

Switch A:  SW ON = NULL

Switch B:  SW ON = Throttle Cut

VR A: NULL (da lässt sich die Empfindlichkeit  des Head Holder-Modus stufenlos einstellen)

VR B: NULL

 

Bei den ersten Schwebeversuchen im Garten der Schwiegereltern, lag der  450er ruhig in der Luft und war  leicht zu steuern.

 

Inzwischen habe ich den Klon optisch ein bisschen  aufgepeppt. Heckfinne- und Flosse gelb lackiert und ihn um € 2,99(!!!)  vom Chinesen, eine neue Haube verpasst.

Am Wochenende hoffe ich, das soviel Zeit ist, um auf die Flugwiese zu gehen, sofern es das Wetter es  zulässt……

 

Soeben komme ich vom Fliegen (eigentlich Schweben) zurück. Es war leichter Wind und die Gelsen haben wie verrückt genagelt.
Aber das war das kleinste Problem. :-)

Das Größere war, dass sich der Heli über die Längsachse ziemlich aufschaukelt hat. NULL AHNUNG warum!
Gehe auf Fehlersuche.

Am Servo kann's NICHT liegen. Nachwippen tut der  nicht.

Beim gestrigen Fliegen ist mir auch ein zeitweise schleifendes/kratzendes Geräusch aufgefallen. Ich konnte äußerlich nichts erkennen.

Nachdem ich heute  die Zahnräder kontrolliert habe, konnte ich die Ursache feststellen. Das Autorotations-Zahnrad schleift unten an der Rahmenverbindung.

Die Hauptrotorwelle hat in der Höhe ca. 2mm Spiel.
Die Welle ist in der Höhe des Ringes breiter eingefräst als die Madenschraube stark ist. So kann man mit dem Ring etwas nach oben und unten verfahren. Nun habe ich das Spiel  mit einem Blatt Papier eingestellt.

Im Prinzip ist das bei ALLEN Helis die ich fliege, gleich.

"Nur fliegen ist eh langweilig"

Blätter gewuchtet, Spurlauf eingestellt. Die Paddelstange ist mit der Schublehre genau mittig ausgemessen.

Was ich nun geändert habe ist, ich habe die Dämpfergummi mit Silikonfett eingeschmiert und bei den Blatthaltern einen dünnen Messing- Distanzring herausgenommen um einen Hauch mehr Spiel zu haben.

Nun habe ich mich einmal mit der Kopfdrehzahl auseinander gesetzt, wo ich NULL Ahnung hatte. Die Profis sagen, dass eine höhere Drehzahl den Heli stabilisiert.

Zum Ermitteln der Drehzahl, wäre halt ein Drehzahlmesser praktisch. :-)

In einem Forum gab mir ein User einen Tipp, wie man günstig zu einem Drehzahlmesser kommt. Es gibt ein APP. Gleich habe ich mir DIESES http://www.androidpit.de/de/android/market/apps/app/org.rcteam.rcheliheadspeed/RC-Heli-Headspeed-True-RPM  auf mein Smartphone runtergeladen.

Nun habe ich einmal die Kopfdrehzahl ermittelt.

Originaleinstellung war um die 2800 U/min. Kurz vom Abheben.

Nun habe ich ihn auf 3200 U/min eingestellt. Da schwebt der Klon - trotz Bodeneffekt, 50cm vom Boden  - VIEL ruhiger in der Luft.

Der Drehschalter zur Pitchverstellung ist bei mir auf VR (A). Man kann ihn auch auf VR (A) legen.

Drehschalter nach rechts = niedrigere Kopf-Drehzahl (weil mehr Anstellwinkel der Rotorblätter).

 Drehschalter nach links = höhere   Kopf-Drehzahl (weil weniger Anstellwinkel der Rotorblätter).

ACHTUNG:  Eine zu hohe Drehzahl, könnte die Rotorblätter zerstören und es besteht Verletzungsgefahr!

Beim Programm so einstellen:

 

 

Habe den Heli gerade auf 2x4 Meter getestet. Liegt ruhig in der Luft. Kein Aufschaukeln des Hecks. Aber bei Wind kann das schon wieder anders ausschauen........

5 Tage später:

Heute am späten Nachmittag  habe ich - bei fast Windstille  -  3 Akkus verflogen, bzw. verschwebt.

Nach experimentieren mit diversen Drehzahlen, liegt der Klon am besten mit rund 3200 U/min in der Luft.

Bei heftigen Gasstößen dreht er sich etwas links ein. Stört mich  - derweil - nicht so, weil ich schon  froh bin, wenn ich leichte Kurven fliegen kann.

Was mich mehr stört ist, dass er nach dem 2 Akku (?!) wieder angefangen hat, mit dem Heck auf und ab zu wippen. Aber nicht mehr so arg wie beim letzen Mal.

Auch ein ganz leichtes Heckschwanzeln war zu bemerken.

Keine Ahnung wie ich Ruhe in das Heck bringen soll. Ich habe schon einen Heckservo bestellt. Bin gespannt ob es hilft, wenn ich ihn tausche.

https://www.youtube.com/watch?v=PotIoXO0n6c&list=UU11yHjuIK_Jp0mkxA41rtPg

Fortsetzung:

Nun habe ich mal das Heckgetriebe GENAU angeschaut. Dabei ist mir aufgefallen, dass die Lager für die Heckrotorwelle im Lagersitz Spiel haben.

Daher  habe ich das Lager  kurzerhand  im Lagersitz festgeklebt.

 

Heute wieder – bei  mittlerer Brise -  3 Akkus verflogen. Und Überraschung: Das Heckschwanzeln  - und wippen ist fast weg. Der Heli fliegt sich gut. Und - er steht  - bei kurzer Windstille – wie „angenagelt“ in der Luft.

Aber - und schon wieder -  habe ich einen Mangel entdeckt. Beim Anstecken des Akkus, ist mir ein surrendes/ reixelndes Geräusch aufgefallen.

Ursache: Der linke vordere  Servo  zittert wie verrückt. Vielleicht liegt es DARAN, dass das Heck noch ein bisschen unruhig ist.

Also werde ich ihn demnächst tauschen, wenn es aus Singapur angekommen ist.

 

 

 

Fortsetzung folgt…….

 

Heute, drei Wochen später, war ich mit einem gut eingestellten Heli auf der Flugwiese. Vorher habe ich noch die Hauptrotorwelle und die Heckrotorwelle getauscht. Die waren nämlich angeschlagen. Auch habe ich  Riemenspannung für den Heckantrieb eingestellt. Der  Zahnriemen sollte nicht zu locker oder zu fest gespannt sein. Meiner Erfahrung nach ist es am Besten wenn sich der  Riemen locker bis zur mitte Zusammendrücken läßt.

Nun steht  der Clone steht wie angenagelt in der Luft und läßt sich präzise Steuern.


VORHER passierte aber diese lustige Anektode.

Heute mit 4 vollen Akkus - bei Windstille -  ab auf die Flugwiese.

Die Rotorblätter - die  immer paarweise gewuchtet und  auf der Oberseite nummeriert und farblich mit dem jeweiligen Blatthalter gekennzeichnet sind    montiert, den ersten Akku rein und abgehoben.

Aber - das Heck wedelt wie der Schweif vom Lumpi, der das Futter riecht. Und der Blattlauf ist 1 cm auseinander.  Auch macht der Klon unkontrollierte "Freudensprünge" in der Luft.

Alle Versuche den Blattlauf einzustellen, schlagen fehl. Beim Heckrotor ist auch nichts Ungewöhnliches zu erkennen. Das geht so bis zum dritten Akku....grübel...grübel...und studier'....

Den vierten Akku rein.

Vor dem Start noch einen kontrollierenden Blick auf die Rotorblätter.  Tja was sagt man dazu. Typisch Chinesenclone.

Der Heli meldet sich nicht einmal, wenn der  "Pilot" ihm ein Rotorblatt VERKEHRTHERUM  MONTIERT!!! Frechheit!

 

Dazu zwei wichtige Anmerkungen:

1.) Ich habe nicht das erste mal Rotorblätter montiert.

2.) Ich habe weder mit Alkohol, noch mit  Drogen was am Hut

:-)

..........

 

Um einen besseren Schwerpunkt zu haben, habe ich folgende Änderung vorgenommen:

 # Den Regler wieder an seinen ursprünglich angestammten Platz zurückversetzt

 # Den Akku auf die untere Ebene  verlegt.

So ist der Heli genau getrimmt.

Wenn man den Heli (mit Akku) an der Rotorbremse mit zwei Fingern hält, sollte das Landegestell in der Läng -u. Querachse waagerecht liegen.

...........

NACHDEM

ich nun ca. 40 Akkus  mit dem Klon verflogen habe, kann ich sagen, dass er  - wenn gut eingestellt - einen Spaßfaktor hat, der nicht teuer ist.

Und abschließend möchte ich noch einige Worte über die  "Billig - Fernsteuerung"  verlieren.

Sie macht genau DAS was sie SOLL: Sie steuert den Heli - einmal am PC programmiert - exakt dorthin, wo man ihn haben will.

S.J.